Richtige Tränkezubereitung für eine erfolgreiche Kälberaufzucht

Rindermast

Juni 11, 2023
Robert Windauer

In der Kälberaufzucht hat die Tränkezubereitung eine herausragende Bedeutung.

Über allen folgenden Parametern sollte sauberste Hygiene oberste Priorität haben - angefangen von der MAT-Lagerung über die Sauberkeit bei der Tränkezubereitung bis hin zu Hygienemaßnahmen bei sämtlichen milchführenden Teilen und Saugnuckeln.

In diesem Blogartikel werden wir uns auf die wichtigen Aspekte der richtigen Tränkezubereitung konzentrieren und auf häufige Praxisprobleme hinweisen, die beachtet werden sollten.

  1. Anrührtemperatur Milchaustauscher-Tränke:
    Eine ausreichende Anrührtemperatur von mindestens 42°C ist wichtig, um eine vollständige Auflösung der Milchaustauscher-Komponenten in der Tränke zu gewährleisten. Es ist ratsam, die Anrührttemperatur zusätzlich zu eventuell technischen Möglichkeiten auch regelmäßig mit einem eigenen Thermometer zu kontrollieren, um auf jeden Fall eine optimale Auflösung sicherzustellen.
  2. Tränketemperatur am Nuckel:
    Die Tränketemperatur am Nuckel sollte zwischen 38,5 und 43°C liegen. Eine zu kalte Tränke kann bei herkömmlichen Tränken zu einer schlechteren Verdauung und Durchfall führen. Es ist wichtig, auch die Tränketemperatur direkt am Nuckel mit einem Thermometer zu überprüfen, um eine optimale Temperatur zu gewährleisten.
  3. Ausreichende Anrührdauer:
    Eine ausreichend lange Anrührdauer ist erforderlich, um eine gleichmäßige und vollständige Auflösung des Milchaustauscher-Pulvers zu erreichen. Bei Tränkeautomaten sollte die Mixernachlaufzeit auf mindestens 8 Sekunden eingestellt werden. Es ist auch ratsam, eventuelle Ausgabepausen entsprechend anzupassen, um sicherzustellen, dass die Kälber nur vollständig aufgelöste Tränke aufnehmen können.
  4. Optimale Tränkekonzentration:
    Wichtig ist hier die Unterscheidung zwischen der vorgeschriebenen Konzentration pro Liter Tränke und den Einstellungsmöglichkeiten am Tränkeautomaten. Bei den meisten Herstellern ist die Konzentration in Gramm pro Liter Wasser einzustellen. Zu geringe Tränkekonzentrationen wirken sich negativ auf die Gerinnung der Tränke im Labmagen aus und können in weiterer Folge Durchfall verursachen.
    Die optimale Tränkekonzentration beträgt mindestens 125 g pro Liter Tränke, was 143 g pro Liter Wasser entspricht. Eine noch besser verträgliche Konzentration geht in Richtung 135 g pro Liter Tränke bzw. 156 g pro Liter Wasser. Dies entspricht der natürlichen Konzentration von Kuhmilch und ist wichtig für eine optimale Verdauung im Labmagen.
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    Häufig nicht erkannte Praxisprobleme mit Auswirkungen auf mangelhafte Tränkekonzentration:
        - Druckschwankungen im Wassersystem
        - Zulaufprobleme zum Tränkeautomat
        - Nachspülen mit Wasser nach der Tränke
        - Verkrustungen am Pulverauslauf 

Fazit:
Es ist entscheidend, die wesentlichen Punkte einer optimalen Tränkezubereitung laufend zu beachten - von Hygienemaßnahmen über Gerätekalibrierung und sorgfältiger Kontrolle bis hin zum Kalb.

Schade um den besten Milchaustauscher, wenn dieser falsch zubereitet und in weiterer Folge unsachgemäß vertränkt wird.

Für eine optimale Qualität der Milchtränke und bester Gesundheit und Leistung unserer Kälber. 

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