Achtung bei der Mastrinderfütterung im Sommer

Rindermast

Juni 1, 2024
Robert Windauer

Rechtzeitig vor Einzug des Sommers und den damit verbundenen hohen Temperaturen ist es wichtig, die richtige Gestaltung der Mastrinderfütterung zu beachten. Schon ab 25°C können Rinder Hitzestress erleiden, was sich negativ auf Futteraufnahme, Futtereffizienz und Tiergesundheit auswirken kann.

Hygiene ist entscheidend
Die Hygiene vom Silo bis zum Futtertrog spielt eine wesentliche Rolle für die Futteraufnahme, Gesundheit und Leistungsbereitschaft der Tiere.

Struktur des Futters
Bei der Rationszusammenstellung darf die Struktur des Futters nicht vernachlässigt werden. Ausreichende Struktur in der Ration ist essentiell für eine gesunde Pansenfunktion. Strukturierte Rohfaser wie Raufutter oder Strukturfuttermittel fördern die Pansenaktivität und sorgen für eine optimale Verdauung.

Kraftfutteranteil reduzieren
In den Sommermonaten sollte der Kraftfutteranteil reduziert werden, um Stoffwechselstörungen zu vermeiden. Eine hohe Konzentration an energiereichem Kraftfutter kann besonders bei Hitze zu Problemen führen.

Auswahl der richtigen Komponenten
Getreide, besonders Weizen mit hohem Anteil an leicht abbaubaren Kohlenhydraten, sollte begrenzt eingesetzt werden. Die Gefahr von Übersäuerungen, sogenannten Acidosen würde dadurch zusätzlich ansteigen.
Alternativen wie Körnermais und Trockenschnitte sind besser verträglich und gewährleisten eine ausgewogene Ernährung unserer Mastrinder.

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    Um die Hintergründe von Acidosen und deren Gefahr zu verstehen, sollten wir mal einen kurzen Blick auf die physiologischen Vorgänge im Inneren des Mastrindes werfen:
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    Acidosen sind Stoffwechselstörungen, die auftreten können, wenn der pH-Wert im Pansen unter eine kritische Grenze fällt.
    Eine unausgewogene Fütterung mit zu wenig Struktur, zu hohem Kraftfutteranteil und zu viel schnell verfügbarer Energie begünstigt das Absinken des pH-Werts.
    Dies kann zu Entzündungen der Pansenschleimhaut führen und die Strukturen der Pansenwand und Pansenzotten verändern. Dadurch wird die Barrierefunktion der Pansenzotten beeinträchtigt, was Bakterien und Giftstoffen den Eintritt in die Blutbahn ermöglichen kann.

    Leberbelastungen und Entzündungsprozesse samt deren Auswirkungen sind die Folge.
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    Mögliche weitere Folgen und Auswirkungen von Acidosen:
     - verringerte Futteraufnahme
     - schlechte Futterverwertung
     - struppiges Fell
     - Unterversorgung mit Vitaminen
     - Klauen- und Lahmheitsprobleme
     - Leistungsdepression

Fazit:
In den Sommermonaten ist die Acidosegefahr bei der Mastrinderfütterung höher. Hohe Temperaturen in Verbindung mit unausgewogener Fütterung können die Futteraufnahme verringern und die Gefahr von Acidosen erhöhen.

Besondere Sorgfalt bei der Fütterung und Maßnahmen zur Stabilisierung des Pansenmilieus sind generell wichtig, aber gerade in diesen Monaten unerlässlich.

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